Vernissage · 29. April · ab 20 Uhr

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Ausstellung von Tilman Knop
29. April – 15. Juni 2016

Endlich einer, der sich in eine Schublade stecken lässt. Auf ihr steht: Grotesk Siebdruck. Darin: Tilman Knop, unser Siebdrucker. Da passt er rein, da gehört er hin. Mit seinen Machenschaften voller intellektuell durchprollter Lebens­weis­heiten, oberhalb und unterhalb der Gürtellinien.

Galerina Steiner | Kleintierhandlung

Seit eh und je arbeiten sich seine Bilder am Wust der Abertonnen von Informationen und Bildern ab, die uns inzwischen wie selbstverständlich verkleben. Stets geht es ihm ums Alles, ums Nichts, verhandelt auf gleicher Ebene. Damit nimmt er sich viel vor. Mit haltlosem Blick aufs Ganze, aufs Kleine und damit aufs Große. Behauptet, simuliert, und doch hautnah an dem, was sich Wirklichkeit nennt. Das Bemerkenswerte liegt im feinen Abwegigen. Schlussendlich mit der Erkenntnis einer geglückten Ratlosigkeit. Ein Freund formulierte es einmal ganz richtig: »Und alles in Knops Duktus: Edel-Grusel, Frohsinns-Bruegel, Teilbereichs-Apokalypse, Reduzierungs-Opulenz.«

So hoch die Latte des Status quo und all der üblichen Qualitäten auch liegen mag, er gestattet sich, darunter durch zu gehen. Selten haben uns Diamanten aus minderwertigem Material mit ihrer verspielten Weltuntergangslaune derart viele Durchhalteparolen entgegen posaunt. Denn mit seinen Motiven als Gegengift zur Weltdroge Alles-Egal® konstruktive Hoffnungslosigkeit zu verbreiten, das kann schließlich auch Erleichterung verschaffen. Jedenfalls dann, wenn wir es Tilman Knop überlassen.

Hipstatile – one Tite

Ausstellung von Erik Sick
12. Februar – 8. April 2016

Der Kameramann Erik Sick ist weltweit mit Dokumentarfilmproduktionen unterwegs, bei denen er auch kleine Serien mit dem Smartphone fotografiert.

Die gezeigten »drive by shootings«, die aus dem fahrenden Auto heraus während einer Dokumentar­film­produktions­reise in Kenia aufgenommen wurden, zeigen Landschaften, die mit der Foto-App »Hipstamatic« aufgenommen wurden. Diese schnellen, im Vorbeifahren gemachten Snapshots, stehen im Gegensatz zu den aufwendigen Dokumentar­film­produktionen, bei denen die teuersten Kameras und die beste Aufnahmetechnik zum Einsatz kommen. Die Serie ist im Jahr 2015 während einer Produktion über Giraffen in Kenia entstanden. Dabei kennzeichnet diese Landschaftsbilder die vollkommene Abwesenheit dieser Tiere. Auf einer Landstraße von Nairobi zum Lake Elementeita schimmern die Bäume und Strommasten im Sonnenuntergang surreal und erzeugen dabei eine für afrikanische Landschaftsfotografie untypische Stimmung. Dabei wird der oft übliche exotische Folklorekitsch vermieden.

Mit einer speziellen Technik werden die Fotos auf Steinfliesen übertragen, was eine manufaktorische Herstellung simuliert, sind die Bilder doch App-Snapshots aus einem Smartphone. Im Gegensatz zu Giraffen sind Smartphones in Afrika allgegenwärtig, sie schließen ihre Besitzer an die globalisierte Welt an. Die Fliesen sind übrigens wasserfest, afrikanische Landschaften zum Abwaschen.

Galerina Steiner | Kleintierhandlung

Das letzte Loch, Volume 2

Ausstellung kuratiert von Thilo Mössner
Vernissage und Performances am 11.12.2015
Dauer der Ausstellung bis zum 25. Januar 2016

Schauspiel: Gina-Lisa Maiwald
Bariton: Ludwig Obst
Akkordeon, Synthesizer: Roman Lemberg
Video: Martin Mallon
Kostüme: Christina Schmitt
Regie und Performance: Julia Lwowski und Franziska Kronfoth
Fotos: Ioni Laibaroes

Hemmungslosigkeit fördert den Einfallsreichtum.
Denn der einzige Teil des Körpers, der nicht altert, ist die Zunge.
Sie ist die Klitoris des Gehirns.
Selbst auf dem Sterbebett kann man noch eine Zunge ausstrecken, die so frisch und rosig ist wie ein von Tau benetztes, rosafarbenes Blütenblatt.

Ein Jedermann trifft sich mit der Porno-Industrie zum Stelldichein, im Separee kommen wir uns ganz nah, mit Live Musik, moderiert von Ihrem Galeristen, gespielt von Ihrem Nachbarn oder Ihnen selbst und dem Model, das von der Karriere als Pornstar träumt. Es werden wieder einmal Träume verkauft, die Deinigen, Meinigen, Ihrigen, Unsrigen.

Begleitet wird die Ausstellung von 2 Performances von Franziska Kronfoth und Julia Lwowski, diesmal ganz ohne Titel, dafür mit 20 Prozent mehr Inhalt. Mit dabei: Gina-Lisa Maiwald, Ludwig Obst und Roman Lemberg. Überwachungsvideo von Martin Mallon.

Lassen Sie sich verwöhnen, das Ganze natürlich garniert mit Drinks und Tricks.

Galerina Steiner | Kleintierhandlung

Kleintierhandlung

Thomas Egerer · Joachim Kersten · Roger Libesch
Wolf Sakowski · Ralf Siegemund
26. September – 25. Oktober 2015

Erwartet der Besucher in der Ausstellung »Kleintierhandlung« der fünf Künstler aus Nürnberg, Fürth und Erlangen einen Kuschelzoo mit niedlichen Hamstern und Hasen, hat er weit gefehlt. Der ironische Titel verweist allein auf das kleine Format. Kleine Geschichten nehmen subtil Bezug auf das Zeitgeschehen, Worte spielen hintergründig mit Figuration, Gegenständliches und Ungegenständliches im Diskurs, Imagination und innere Bilder. Jeder Künstler zeigt Arbeiten – Malerei, Zeichnung oder Mischtechnik – auf seine Weise, ohne gegenseitige inhaltliche Bindung. Eben das macht die Schau besonders vielseitig und sehenswert.

Galerina Steiner | Kleintierhandlung

Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung von Barbara Leicht M.A., Kuratorin des Kunstmuseums Erlangen
→ Download (PDF, 24kB)

Aalsuppe und Elektroschock

Ausstellung von Johannes Lortz
12. Juni 2015 – 31. Juli 2015

Nachdem Antonin Artaud in Rodez aus der Elektroschock-Klinik Briefe verschickte, die er als Lose bezeichnete und darauf mit Zigarettenglut Lochspuren hinterliess, geht es darum Artauds Feuerarbeiten warm zu behalten. Deshalb sind seit ein paar Jahren Serien von bildnerischen Feuerarbeiten meist in Gesichtsformen entstanden. Sie sollen an die ausgelöschte Handschrift und an die Symptome Artauds erinnern. In der Galerie Galerina Steiner Berlin sind ein paar davon zu sehen.

Artaud war nicht der einzige, der zu Feuer griff, um Kultur zu brandmarken. Bereits De Sade hinterliess in der Bastille ein Porträt, dass er mit Feuer gestaltete. Doch De Sade hat in seiner Haftzeit nie wirklich den Verstand verloren, ist deshalb in der Bastille zum Schriftsteller und nicht zum Zeichner oder Maler mutiert. Artaud jedoch hat im Verlauf seiner Umnachtung seinen Status als Schriftsteller verloren: Nachdem Artaud beschriebenes Briefpapier in der Elektroschock-Klinik durchlöcherte, konnte er nicht mehr schreiben und begann gespensterhafte Gesichter zu zeichnen. Ein paar Jahr zuvor war auch Aby Warburg, der die Hamburger Aalsuppe als Urbild der Kunstgeschichte begriff, in einer Klinik gewesen, verlor ebenso seine Buchstabentreue und zeichnete Schlangen und Wellen. Artaud und Warburg liessen den Prozess und die longue durée der Zivilisation weit hinter sich und verwandelten sich in die ersten Menschen, die vor 30 000 Tausend Jahren in der Lascaux- Höhle malten und zeichneten. Vor dem Zusammenbruch waren Warburg und Artaud jedoch nicht in der Höhle von Lascaux gewesen, sondern in den Bergen von Mexiko und wohnten hoch über den Wolken einem Schlangen- und Peyotekult bei. Warburgs und Artauds zerrüttete Mexiko- Reise ans Ende der Nacht mündete in der Höhle von Lascaux. Dort zeichneten sie Schattenrisse einer Aal- Suppen- Elektroschock Symptomatologie, die von einem Feuer erzeugt und später 1940 von spielenden Kindern mit Taschenlampen entdeckt wurden.

Der höhere, der tiefere und der mittlere Sinn

Zeichnungen von Jörn P. Budesheim
10. April 2015 – 31. Mai 2015

Was bisher geschah: Jörn P. Budesheim studierte Kunst und visuelle Kommunikation an der HBK in Kassel und arbeitet als Marketer und Designer in Kassel. 1987 erhielt er den Kulturförderpreis der Stadt Kassel. In einer seiner seltenen Ausstellungen zeigt Jörn P. Budesheim neue Zeichnungen aus verschiedenen Themenbereichen in der Galerina Steiner. Eine dieser Serien nennt er »Diebesgut«, eine andere heißt »Philosophische Tiere«.

Flashback

Ausstellung von Ina Schoenenburg
5. Dezember 2014 – 2. Januar 2015

Flashback – Soldaten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung

Für lange Zeit war das Leiden traumatisierter deutscher Soldaten weitgehend aus dem Bewusstsein der Deutschen verschwunden. Und auch im wiedervereinigten Deutschland stand das Schicksal der Soldaten im Schatten der grundsätzlichen Debatte über Auslandseinsätze der Bundeswehr. Als der einstige Verteidigungsminister zu Guttenberg nach dem tödlichen Gefecht von Kunduz 2010 erstmals von Krieg statt von Kampfeinsätzen sprach, wurden Soldaten endlich als betroffene Subjekte wahrgenommen. Dennoch fehlt den meisten Menschen das Wissen und der Zugang zur Situation der Soldaten, die aus Kriegseinsätzen zurückkehren.

Über einen Zeitraum von einem Jahr fotografierte Ina Schoenenburg vier Soldaten, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, in ihrem häuslichen, sozialen und alltäglichen Umfeld. Alle porträtierten Soldaten waren in Afghanistan stationiert. Ihre Auslandseinsätze haben sie schwer traumatisiert. Die Fotografin zeigt, wie sehr diese Krankheit die Soldaten und ihre Angehörigen belastet, und wie Krieg oder ein Aufenthalt in einem Krisengebiet einen Menschen verändern kann. Ihre Arbeit hinterfragt das stereotype Bild des starken, funktionierenden Soldaten. Die Bilder der Serie Flashback sind erzählerische Momentaufnahmen. Sie zeigen reale und zugleich beiläufige festgehaltene Porträts und Alltagssituationen. (Text: Murat Suner)

Ina Schoenenburg wurde 1979 in Berlin geboren. 2012 hat sie ihr Studium an der Ostkreuzschule bei Sybille Fendt mit der Arbeit »Blickwechsel« abgeschlossen. Ihre Arbeit »Flashback«, für die sie ein Stipendium der VG Bild-Kunst erhalten hat und mit der sie für den Otto-Steinert-Preis 2013 nominiert war, wurde erstmalig im Juni 2014 bei exp.12 exposure twelve, Galerie für zeitgenössische Fotografie in Berlin ausgestellt.

Hauen und Stechen Fotodokumentation

von Ioni Laibaroes und Thilo Mössner
2. Oktober – 28. November 2014 

Die Hand hat immer noch ausgeholt aber immer noch nicht zugeschlagen und man muss auch nicht alles vermeiden was man nicht verträgt.

Mit einer Auswahl von Fotos aus allen »Hauen und Stechen« Opern-Performances von 2011 bis 2014.
Regie: Julia Lwowksi und Franziska Kronfoth

Wir laden Sie/Euch alle herzlich ein mit uns diese Abende an denen die Ehemänner starben und die Bibelstunde abgehalten wurde wieder aufstehen zu lassen.

Das •LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV wird an diesem Abend eine Performance zeigen.

50/50

Ausstellung von Audrey Ng
15. August – 30. September 2014

Audrey Ng, born in San Francisco in 1964, is an Amsterdam based artist. She studied at the University of California at Davis (BA) the Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam and at Tyler School of Art/Temple University in Philadelphia (MFA). She currently teaches at the Gerrit Rietveld Academy in Amsterdam.

50/50 is a selection of works from the past 10 years. The selection is diverse, both in terms of medium (drawing/painting, sculpture, site specific & text based work) as well as in subject matter which range from physical humor (Truck taking a nap/LKW nimmt einen Mittagschlaf, 2001; 2 chairs wannabe sofa, 2011) to more conceptual works which address nationalism/political correctness/identity (2:3: Dutch, French & Japanese flags, 2009; American Law Firms, 2014).

Galerina Steiner | Audrey Ng
LKW nimmt einen Mittagsschlaf

In reference to Audrey turning 50 years old this year.
In reference to the usual 50/50 split between gallerist and artist.
In reference to one of Audrey’s sculpture assignments where students are asked to make a work comprised of 50% air and 50% solids.

American Law Firms, 2014

Sometimes I have ideas for works that seem deceptively simple when I first come up with them, but once I begin to realize the piece, it becomes more complex that I had originally bargained for.

For example, my work, “American Law Firms”, a series of 4 small gouache paintings of the business cards of fictional law firms in the U.S.A. took me over 10 years to bring to completion. The idea for the piece is vaguely inspired by having worked for law firms in the past and once observing a co-worker answer the phone “Law Office” instead of the actual firm name which was comprised of 3 or 4 partner names.

I first had ideas of a work about the perfect politically correct “American melting pot” firm with a mix of ethnic backgrounds, which then quickly flipped around to the idea of 4 “segregated” firms. What then followed was an enormous amount of research regarding various immigration waves to the United States, the most common surnames in the United States, where high concentrations of particular nationalities had settled, as well as the most common surnames per ethnicity.

The ultimate choice for a Jewish, an Irish, a Polish and a Vietnamese law firm was dictated by analysis and logic. These are groups that did tend to immigrate in large waves and perhaps also happen to be groups that encountered more discrimination than other groups. These are also groups in which the surnames give a clear indication of origin – for example I did not choose Spanish names because of possible confusion with European versus Latin American origins. I did not choose Italian names because of a possible mafia association. I chose Vietnamese names over my own Chinese background for a few reasons; Chinese immigration to the U.S. occurred in multiple waves & streams over a longer historical period, there is some overlap with Chinese & Korean surnames and furthermore, I have a clear personal memory of Vietnamese “Boat People” news stories in the 70’s and 80’s.

In the end I also thought the choice of 3 firms with partners of European origin and 1 firm with partners of Asian origin made for a good balance, as did the major city locations of New York, Boston, Chicago and Los Angeles (2 east coast cities, 1 mid-west city and 1 west coast city).
Next, visual and aesthetic considerations still had to be made. I decided that a business card was the clearest form to represent the law firms. I did further research over typographic design typically used by law firms as well as the graphic design of business cards in general. I admit to a personal fondness for vintage mid-century (50’s/60’s) embossed printed cards. Next to this I also researched where in the respective cities the majority of law firms were located and made up fictional office addresses roughly based on actual locations.

It was important to me that this work should be handmade. I could have, for example, ordered actual business cards from a printing company, or I could have used a silkscreened image, but I needed a physical process to give this idea form. I first tried to execute this work in oil on canvas, but this was a failure as it was technically difficult to do fine hairline detail & make quick corrections with oil paint. Discouraged, I abandoned this project for a few years until it occurred to me to use gouache instead. I have moderate rendering ability but am not an especially skilled painter - nonetheless I found it an interesting challenge to try my hand at “miniature painting”. It was at the same time fun to do, but an extreme strain on my eyes, wrists and patience. In the end, the labor-intensiveness was actually essential in order for me in order to be able process & finish off my own concept. The trompe l’oeil effect further underscores the fiction that I created. My best slightly awkward efforts lends the piece my personal handwriting & visual language.

What this work is about is not completely straightforward, even for myself, but in broad terms I can perhaps say that it has to do with commentary on political correctness (i.e. multiculturalism vs. clannishness), that it could be about 1st and 2nd generation immigrant assimiliation (parents wanting their children to become doctors and lawyers) and that it is also has to do with being an American expat living in the Netherlands, looking with some distance at American identities.

Galerina Steiner | Audrey Ng

Edwin Dickman – Mythological Drawings

Alle Originalzeichnungen sind auf Anfrage bei Galerina Steiner zu bestellen.
Preise zwischen 200,– und 800,– Euro.
Tusche, Aquarell und Bleistift auf Papier, zwischen 5 cm und 25 cm , 1966 – 2013

→ Mythological Drawings I
→ Mythological Drawings II

Galerina Steiner | Edwin Dickman